… oder: Hätte ich mal keinen Urlaub genommen…
Ende August war es wieder soweit: Das Historische Flugplatzrennen Zweibrücken stand vor der Tür. Mittlerweile bereits zum siebten Mal verwandelte sich ein Teil des Zweibrücker Flughafens in eine rund zwei Kilometer lange Rennstrecke. Über 200 Teilnehmer aus fünf europäischen Ländern waren diesmal gemeldet. Autos, Motorräder und natürlich die spektakulären Seitenwagen – alles dabei. Für mich begann das Wochenende bereits am Freitag. Extra einen halben Tag Urlaub genommen, damit genügend Zeit zum Aufbauen und Vorbereiten bleibt. Im Nachhinein betrachtet vielleicht nicht meine beste Entscheidung. 😁
Mission K6
Die Herausforderung für dieses Wochenende stand nämlich schon vorher fest: Die Suzuki GSX-R 1000 K6 sollte wieder ran. Genau die K6, die im vergangenen Jahr nicht wirklich so wollte wie ich. Diesmal sollte sie zeigen, dass sie es doch noch kann.
Und auch unsere kleine Truppe war wieder ziemlich bunt aufgestellt: eine umgebaute Aprilia Tuono mit deutlicher Tendenz Richtung RSV,
eine Suzuki GSX-R 750,
eine Kawasaki ZXR 400 und ein ganz besonderes Stück Motorradgeschichte.
Walter Knoll war mit seiner Adler MB 250 RS von 1954 am Start. Über 80 Jahre alt und seit der ersten Ausgabe des Zweibrücker Flugplatzrennens jedes Jahr dabei. Genau solche Fahrer und Maschinen machen diese Veranstaltung aus.
Also Anmeldung erledigt, Fahrzeugkontrolle bestanden, Fahrerlager aufgebaut – eigentlich konnte es losgehen. … eigentlich…
Und dann kam das Unwetter
Für Freitagnachmittag war wieder die gemeinsame Fahrt der Teilnehmer in die Zweibrücker Innenstadt vorgesehen. Mit Polizeibegleitung sollte es vom Flugplatz Richtung Herzogplatz gehen. Doch bevor es soweit kam, änderte sich die Wetterlage ziemlich schlagartig.
Und zwar richtig. Das Unwetter traf das Fahrerlager mit voller Wucht. Die Bilder sprechen eigentlich für sich. Zelte flogen durch die Gegend, Gestänge wurden verbogen und teilweise regelrecht zerfetzt. Auch unser Zeltdach hielt der Belastung nicht stand.
Als wäre das nicht schon genug, kippte auch noch die K6 um. Ergebnis: Verkleidung eingerissen.
Damit war mein persönliches Fazit für Freitag ziemlich einfach:
Hätte ich keinen halben Tag Urlaub genommen und wäre einfach auf der Arbeit geblieben, hätte ich das komplette Unwetter verpasst – und mein ganzes Zeug wäre vermutlich noch heil. 😂
Manchmal läuft’s.
Samstag – jetzt aber!
Neuer Tag, neues Glück.
Die K6 stand wieder bereit und zunächst sah alles richtig gut aus. Im Stand lief sie einwandfrei, nahm sauber Gas an und machte überhaupt keine Probleme. Also Helm auf, Handschuhe an und ab zum Vorstart. Dann ging es zur Einführungsrunde.
Und genau dort war Feierabend. Die K6 ging aus. Ich konnte gerade noch von der Strecke rollen, während der Rest des Feldes seine Runden drehte. Da war er wieder, der Fehler vom letzten Jahr.
Plan B: K7 holen!
Jetzt wurde es etwas hektisch. K6 in den Anhänger, nach Hause fahren und Motorrad tauschen. Zum Glück stand dort noch die K7. Also K7 eingeladen, zurück zum Flugplatz und irgendwie versuchen, möglichst wenig Fahrzeit zu verlieren. Dann Reifenwärmer drauf und die Reifen ordentlich auf Temperatur bringen. Schließlich sollte die nächste Ausfahrt nicht nur stattfinden – das Motorrad sollte diesmal auch tatsächlich bis zum Ende laufen.
Und siehe da: Die K7 funktionierte. Damit konnte der eigentliche Spaß endlich beginnen.
Kleine Truppe, viel Spaß
Am Samstagmorgen kamen noch zwei Kollegen dazu – mit KTM Duke und Honda VTR 1000 wurde unser kleines Fahrerlager damit noch etwas abwechslungsreicher. Und auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Zwischen Schrauben, Reifenwärmern, Motorrädern und den Fahrten blieb natürlich genügend Zeit für Essen, Benzingespräche und den üblichen Unsinn im Fahrerlager. Genau das gehört für mich genauso zum Flugplatzrennen wie das eigentliche Fahren. Am Ende war es trotz Unwetter, kaputtem Zelt, beschädigter Verkleidung, streikender K6 und spontanem Motorradwechsel wieder eine richtig gelungene Veranstaltung. Vielleicht gerade deshalb. Denn wenn einfach alles funktionieren würde, hätte man hinterher schließlich deutlich weniger zu erzählen. 😉

















