7. Tag: Die Sonne lacht, der Tag erwacht …

Langsam tritt Abwechslung ein. Die Sonne zeigt sich schon am Morgen, was uns leicht euphorisch vor dem Frühstück in die Fluten treibt.


„Schockgefroren“, trifft es am meisten. Jetzt sind wir zwar wach, müssen uns allerdings erst mal unter der heißen Dusche auftauen. 

Nach dem Frühstück geht es zum Einkaufen um am Abend den Grill bestücken zu können, während die Mädels die Zeit nutzen um ein Bad in der Sonne zu nehmen.

Dann geht es auf die dritte Tour. Die heutige Etappe führt uns auf eine 200km Rundtour, auf der wir einen Teil der 12 besten Motorradtouren auf Sardinien befahren. Das vermittelt uns zumindest der Motorradreiseführer von Georg Laa, was wir nur bestätigen können. Sowohl landschaftlich als auch streckentechnisch ein Genuss.



Der Regen lässt zwar an diesem Tag auch nicht allzu lange auf sich warten, belässt es glücklicherweise aber bei einem kurzen Schauer während wir in unserer Pause einen Cappuccino in Escalaplano genießen.

Bei einer kurzen Rast am Wegesrand sind sogar die Zeichen längst vergangener Zeiten zu erkennen.


Na hoffentlich ist das Tier wenigstens an einer natürlichen Todesursache gestorben und hatte keinen Feindkontakt mit einem dahergefahrenen Touristen 😳


Kaum wieder aufgesattelt müssen wir nochmals einen kurzen Zwangsstopp einlegen. Während wir gewillt sind unsere Reise fortzusetzen, möchte das Navi von DK Deepfly (Name, siehe Korsikabericht) eher noch etwas verweilen und setzt zum Nothalt an, was in einer Flugstunde aus voller Fahrt endet. 

Gefühlte 100m auf dem Mittelstreifen tanzend kommt es dann doch unmittelbar vor uns, in seine Einzelteile zerlegt, im Staßengraben zum erliegen.

Respekt an die Firma Garmin 👍🏻 Ich wusste bis dato gar nicht, wie robust die Dinger gebaut sind. Zumal sie sich dann noch benutzfreundlich so auflösen, dass die Teile innerhalb eines Quadratmeters verteilt sind und zusammengebaut direkt wieder so funktionieren als würden die Geräte immer so vom Moped absteigen.

Wohlbehalten wieder angekommen werden die Vorbereitungen zur Nahrungsaufnahme getroffen.


MAHLZEIT 😀

6. Tag: Alternativprogramm 

Wetterbedingt frühstücken wir wieder auf der Terrasse, in Pullis verpackt, regen- und windgeschützt. Danach geht es zum Einkaufen von lokalen Spezialitäten wie Wein, Wurst, Olivenöl und andere Leckereien.

Die Miniverkostung beim ansässigen Weingroßhandel fällt eher bescheiden aus. Die Menge ist gerade so ausreichend für alle, um festzustellen dass … „Unsere Zeit zu kurz ist um schlechten Wein zu trinken“. Daher ist die Location auch nicht näher erwähnenswert. 

Dafür werden wir beim Olivenöl-Produzenten um die Ecke fündig. Sofern man die Hinweisschilder an der Straße findet, gelangt mal auf ein kleines aber feines Anwesen. Dort finden wir nach einer Olivenölverkostung noch so einige Leckereien rund um das Thema Olivenöl und Brotaufstriche, die es zu erwerben gilt.


Am Nachmittag geht’s über den Strand in den Nachbarort um dort den „Kicker“ (Tischfußball) bei einem Eis oder auch Aperol Sprizz genauer unter die Lupe zu nehmen und sich zurück in die Schulzeit versetzt zu fühlen.

Ach ja, die Sache mit dem Wetter…

Mittlerweile ist Tag 6 unseres Sardinien Trips erreicht. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen die lange Fahrt mit Anhänger inkl. Motorräder auf uns zu nehmen um hier vor Ort die allseits berühmt, berüchtigten und in Bikerkreisen überall hervorgehobenen sardinischen Strecken unter die Räder zu nehmen; an traumhaften Stränden bei phänomenalem Wetter zu liegen und in der Abendsonne bei einem Strandspaziergang und einem Glas Vino Rosso den Tag ausklingen zu lassen. Soweit die Theorie…

Zwischenfazit zur Halbzeit: 

  • 6 Tage vorbei,
  • 1500km mit dem Auto zurückgelegt,
  • 240km mit dem Motorrad gefahren,
  • 2x 1/2Tag Sonne (Anreise ausgenommen)
  • Erdung durch höhere Gewalt
  • Sturm
  • Regen
  • Kälte 

Naja, … Zumindest die Sache mit dem Rotwein hat geklappt. Als Einziges zugegebenermaßen sogar mehr als geplant.

Sich zu beschweren seinen Urlaub auf Sardinien verbringen zu dürfen klingt normalerweise schon etwas vermessen und bedeutet Jammern auf höchstem Niveau … Allerdings arbeitet man auch Tag für Tag um sich seine Ziele zu verwirklichen und investiert Arbeit, Zeit und Geld in solch einen Trip um im Urlaub den Ausgleich und die Erholung zum Arbeitsalltag zu finden.

Leider haben sich bisher meine persönliche Erwartungen nicht erfüllt. Das Wetter macht uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Es ist schon ein wenig frustrierend an einem solch schönen Fleckchen Erde zu sitzen und es nicht so nutzen zu können, wie man es gerne möchte.

Natürlich kann man das positive und das Gute darin suchen, froh sein, dass man überhaupt hier ist, alles POSITIV sehen und … bla bla bla

Mal ehrlich… der olympische Gedanke in allen Ehren, aber es kann mir niemand erzählen dass er beim Marathon gerne als letzter durchs Ziel läuft oder beim Völkerball in der Schule als letzter auf der Bank sitzt, weil niemand ihn gewählt hat…

Wer sich mit dem Thema „Big Five for Life“ schon mal befasst hat und sich dessen bewusst ist, dem wird das folgende Zitat bekannt sein:

„Es gibt kaum etwas so Nutzloses, wie gerade das effizient abzuarbeiten,was eigentlich überhaupt nicht getan werden sollte.“ (Zitat: Peter Drucker)

Oder um es auf den Punkt zu bringen: Unsere Zeit ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken… Ich will Sonne, ich will warme Temperaturen und gute Straßenverhältnisse zum Motorradfahren und will …bei einem Strandspaziergang und einem Glas Vino Rosso den Tag ausklingen zu lassen. 😀

5. Tag: Die Begegnung der dritten Art …

Auch am 5. Tag sind es wieder mal vorrangig Wolken, die am Himmel zu sehen sind. Das Wetter ist sehr durchwachsen, der Wind und die See eher rauh und kühl. Wir können zwar auf dem Stellplatz in Strandnähe frühstücken, trotzdem müssen wir die Sonne suchen. Nochmals zur Erinnerung: wir haben Mai … In Sardinien… Im Süden 😳

Am Nachmittag hat sich die Wettersituation zwar nicht wesentlich geändert, wir entscheiden uns dennoch für einen 2. Ausritt entlang der Küste in Richtung Cagliari um durch das Landesinnere wieder zurück zu fahren.

Vereinzelt treffen wir auf andere Biker, die sich ebenfalls bei dem Wetter auf Sardinien verirrt haben. Verirrt deshalb, weil sie den Gesten nach zu urteilen eher Bewegungen vorturnen, die man sonst nur auf der Rennstrecke sieht. Naja, jeder wie er kann…

Auf unserer kleinen Rundfahrt von ca. 140km halten wir nur zum Tanken und um natürlichen Bedürfnissen nach zu gehen. Und da passiert es … Bei einer kurzen Pause haben wir eine Begegnung der Dritten Art. Unbemerkt haben sich Star Wars Klonkrieger auf unsere Soziussitze geschlichen …


Hier zum Vergleich, wie man sie aus Film und Fernsehen kennt…
(Quelle: chip.de)

Glücklicherweise handelt es sich um friedliche Exemplare ohne Waffen, die zu einem spontanen Foto-Shooting bereit sind. 😜

4. Tag – Part 2: Die Jungfernfahrt

Nachdem das Wetter sich gegen Mittag nun gebessert hat, starten wir nach dem späten Mittagessen zu einem ersten Ausritt. Es geht von Capo Ferrato an der Küste entlang in Richtung Villasimius. Die Straße schlängelt sich entlang der Küste was mit dem Abendlicht eine traumhafte Kulisse widerspiegelt.

Ein kurzer Boxenstop und wieder zurück.


Die ersten 100km sind gefahren. 

4. Tag – Part 1: Der Dauerregen und die „Schneidebrettcher“

Es hat sich eingeregnet am 4. Tag. Die komplette Nacht durch peitscht der Regen teilweise fast waagerecht aus Richtung Strand auf den Campingplatz. Das geht leider nicht spurlos an uns vorbei. Die Schneiderfamily bekommt dadurch eine schlaflose Nacht und ist dabei das eindringende Wasser aus dem Campingbus fern zu halten. Bisher auch bei den erfahrenen Campern noch nicht da gewesen. Zur Erinnerung, wir haben Mai … In Sardinien… Im Süden 😳

Das Frühstück findet wie am Morgen davor auf unserer „Terrasse“ statt. Pünktlich nach dem Frühstück hört es auf zu regnen und wird zusehens besser, sodass wir zu einem Strandspaziergang übergehen können.


Die erste Erdung* hat in der Nacht stattgefunden, ohne Fremdeinwirkung… eher höhere Gewalt, bzw. Fahrlässigkeit. Durch den Dauerregen ist der Boden so aufgeweicht, dass er den Seitenständer nun doch ca. 10cm hat einsacken lassen. Zu blöd, wenn man das Bike nicht ausreichend gesichert hat. 😡

Naja, wir haben eine Lösung gefunden  😜👍🏻

*Erdung: Synonym für ungewollten Bodenkontakt eines Bikers/Motorrad, meist durch Sturz

3. Tag: Dauerregen auf Sardinien …

3. Tag, noch keinen Meter mit dem Bike gefahren, 18 Grad, Dauerregen bis in die Nacht. Zum Glück ist die Hauptstadt Cagliari nur 1 Stunde Fahrzeit entfernt, sodass wir ein Alternativprogramm in der Innenstadt haben.


Das leckere Essen lässt nicht lange auf sich warten.


Auch am Abend finden wir bei strömendem Regen eine Lösung um mit 6 Personen in der überschaubaren Unterkunft eine geniales Essen genießen zu können.

2. Tag: Ziel Campingplatz Capo Ferrato

Die 2. Etappe führt uns von Olbia ca. 250km weiter südlich nach Capo Ferrato.

Um 05:20 Uhr werden wir unsanft durch eine allgemeine Lautsprecherdurchsage aber dafür mehrsprachig geweckt. Zusammenpacken, Kaffee organisieren, Hafeneinfahrt beobachten und Auto aufsuchen. Schon geht’s wieder los mit einem regem Treiben auf den Parkdecks.


Nach dem Entladen nimmt das Navi seine Spur wieder auf und führt uns direkt aus dem Getümmel in Richtung Zielort. Wir entscheiden uns dabei für die Küstennahe  Straße und suchen unterwegs ein Plätzchen zum Verweilen um einen ersten guten Kaffee zu genießen. In der Nähe von Orosei werden eir fündig. An einer kleinen Strandbar sind wir bis auf ein Pärchen die einzigen Gäste und genießen die Sonne.


Die folgende Strecke führt uns über traumhafte Motorradstraßen durchs Gebirge. Leider stehen die beiden Bikes auf dem Hänger und wir sind nur am trauern, dass wir NOCH nicht fahren können. 😢 Denn mit Auto inkl. Anhänger sind die Serpentinen eher eine Geduldsprobe für die Bremsen und gleichzeitig ein Härtetest für den Magen. 😳

Glücklicherweise ändern sich zur Halbzeit die Straßenverhältnisse der SS125 ähnlich einer Schnellstraße und wir gönnen unseren Mägen eine kleine Pause. Kurz vor dem Ziel synchronisieren wir uns mit den Mitcampern, die bereits seit ein paar Tagen auf der Insel verweilen. Punktlandung 😀 wir kommen mit 5 min. Unterschied am Zielort an und checken bei „Supermario“ gemeinsam ein.

Das Wetter ist herrlich und der Strand spricht für sich 😎

1. Tag: Zweibrücken – Livorno … und das Navi

875km durch Frankreich, die Schweiz und Italien liegen vor uns. Die Zeitplanung ist mit 14 Std. ausreichend kalkuliert. Da wir mit Anhänger unterwegs sind, können wir keine riesigen Schritte machen, zumal in der Schweiz die Strafen bzgl. Geschwindigkeitsüberschreitungen das Reisebudget mehr als sprengen würden. Allerdings haben wir dafür ein traumhaftes Panorama.

Daher ist Kontinuität gefragt. Soweit der Plan… bis zum Gotthardtunnel. Dort verlieren wir 1:15 Std in einem 9km Stau mit Blockabfertigung. Als kleinen Trost dürfen wir uns wie bei einem Formel 1 Rennen auf der Poleposition fühlen. 

Wenn die Ampel auf Grün springt, gehts los …

Beim ein oder anderen Boxenstop für Mensch und Maschine sieht man auch mal noch schön restaurierte VWs die das Wort „Abgasmanipulation“ noch nicht kennen…


Den Gotthardtunnel hinter uns gelassen,  die Schweiz durchschlichen nähern wir uns dem 1. Etappenziel. Die Stimmung ist trotz der langen Wartezeit immer noch gut, noch …

Das Navi rechnet hier und da die aktuellen Verkehrsstörungen in die Route dank TMC ein, soweit sogut. Die erste Stauumfahrung nehmen wir noch dankend an; kommen wir unserem Ziel ja damit schließlich schnellstens näher.

Zu unserem Erstauen bemerken wir bei mehrmaligem überqueren der Hauptroute, dass überhaupt keine Verkehrstörung vorliegt und kommen letztendlich wieder auf die geplante Route zurück. Der Zeitplan steht noch, Deadline: Verladeschluß 20:00 Uhr an der Fähre. Errechneter Aufschlag in Livorno mittlerweile: 18:32 Uhr. Die Stimmung hält 😀 

Neuberechnung aufgrund Baustelle 18:58 Uhr 😏 

Neuberechnung aufgrund Baustelle 19:22 Uhr 😕

Neuberechnung aufgrund Baustelle 19:48 Uhr 😳

Neuberechnung aufgrund Baustelle 20:04 Uhr 😡

Die Stimmung wirkt nun leicht angespannt, vor allem, wenn man weiß, dass man mit Anhänger nicht wirklich Zeit wieder gutmachen kann, wenn es mal rollt. Während die einen uns schon der auslaufenden Fähre zuwinken sehen, wird versucht über die Vorzüge des bevorstehenden Urlaubs und das schöne Wetter die positive Stimmung aufrecht zu erhalten. Das Navi wird währenddessen rekalibriert, leider erfolglos: Aufschlag in Livorno bleibt bei 20:04 Uhr. Es wird erstaunlich ruhig im Auto… Interessant, welchen Einfluss eine theoretische Hochrechnung einer Zeitangabe auf den Gemütszustand hat … Obwohl noch nichts passiert ist und der Zeitpunkt noch lange nicht erreicht ist beschäftigt man sich mit Gedanken, die man ohne die Hochrechnung gar nicht hätte 😳 Das Kopfkino geht los … Was machen wir im Falle, wenn … wer kennt das nicht…

Nun gut, wir entscheiden uns die Hinweise des Navis und die Umfahrungsvorschläge nach den vorherigen Erkenntnissen zu ignorieren, das Tempolimit etwas aufzuweichen und theoretischen Strafen pro Kopf zu rechnen und schon steht die Strategie. 😎

Was soll ich sagen … Theorie und Praxis:

Theorie: wir stehen endlos im Stau, kommen zu spät, winken der Fähre hinterher, die Stimmung ist im Keller, wir betrinken uns mit unseren Reserven im Reiseproviant und weinen uns in den Schlaf 😉

Praxis: Navi hat sich geirrt, keine Verzögerungen, Aufschlag pünktlichst um 18:48 in Livorno 🎉


Zeit ist relativ … Albert Einstein, kluger Mann 😀

Es dauert noch eine Weile bis wir wirklich verladen werden. Alle LKWs werden rückwärts auf die Fähre eingewiesen, damit der Entladevorgang am Morgen optimal läuft.

Als wir dann endlich an der Reihe sind, geht es dann zügig voran.


Rauf, rein, hoch ins 1.OG, drehen und stop.


Nach dem Ablegen und einem kurzen Rundgang gibt es noch einen kleinen Mitternachtssnack in der Kabine.


875km durch Frankreich, die Schweiz und Italien liegen hinter uns – auf nach Sardinien 😀

Vorbereitung: Sardinien wir kommen …

Die Vorbereitungen für den Sardinien-Trip sind getroffen. Die Bikes sind fit gemacht, getüvt, neu bereift und das Gepäck für den Campingplatz-Aufenthalt optimiert. Jetzt kann es losgehen. Die Bikes sind vertaut und das Gepäck verstaut.


Das Gepäck für 10 Tage Campingplatz inkl. 4 komplette Motorradkombis, Helme und Stiefel müssen ins Auto. Dazu noch optimiertes Handgepäck für die Fähre und ausreichend Reiseproviant.


Beim Verstauen sind Tetris-Kenntnisse klar von Vorteil. Achtung: wer beim Tetris versucht, das Quadrat zu drehen, sollte besser aus der zweiten Reihe zuschauen 😉


Nach dem Packen haben wir uns „e Donnezäbble“ verdient. Hinweis: wer sich nun fragt was das ist und es auf dem Bild nicht erkennt, der sollte sich auch weiter keine Gedanken drüber machen. 😀